Vom richtigen Zeitpunkt…

beschäftigt mich die letzten Tage in vielen Bereichen meines Lebens.

Der schwierigste Bereich ist wohl die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt wenn es um den lieben vierbeinigen Mitbewohner geht.

Schon am Sonntag fiel mir auf, dass mein lieber Joey seine linke Vorderpfote nicht belastet, ich dachte zuerst an eine Verletzung an der Pfote, aber es war keine Verletzung zu sehen, er reagierte weder auf Druck noch zeigte er Schmerzen. Einzig auffällig war, dass er nachts dann keinen „Platz“ fand. Ich gab ihm ein leichtes Schmerzmittel und so überstand er die Nacht ganz gut. Montag morgen war es halbwegs ok, doch plötzlich stand er da, die Pfote eigenartig weggeknickt, den Rücken hochgezogen und fiel um, dies passierte ein paar Mal, sodass ich schnell einen Tierarzt in der Umgebung anrief, der uns noch dran nahm.

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„Der tut nix“ wurde zu

..“das hat sie ja noch nie gemacht“ 😦

Rechtzeitig zu Halloween haben wir unsere eigene Gruselgeschichte erlebt 😦

Ich war abends mit Joey eine kleine Runde und schon auf dem Weg zurück zur Eingangstüre der Wohnungsanlage als ich hinter der Tür die Hündin von Tür 3 erblickt habe. Es ist eine Schäfer-Mix Hündin und – auch wenn ich nicht rassistisch bin, aber leider hatten wir mit diesen Mixen bisher keine guten Erfahrungen – bin ich schon zurückgewichen und mit Joey weitergegangen.

Ich konnte allerdings nicht damit rechnen, dass die 60kg Hündin an der Flexileine aus der Tür geschossen kam, während ihre Besitzerin sich noch mit jemand im Haus unterhielt. Die Hündin rannte volle Kanne auf Joey zu und biss ohne Vorwarnung zu.

Im Finsteren konnte ich zuerst nicht erkennen wie schwer die Verletzung ist.
Nach Rücksprache mit der lieben Jana hab ich die Erstversorgung zu Hause vorgenommen. Das richtige Ausmaß der Verletzung lies sich jedoch noch immer nicht erkennen.

Da wir ja nicht vor allzu langer Zeit erst umgezogen sind, hatten wir hier auch noch keinen Tierarzt. Unser Tierarzt des Vertrauens ist in Fischamend und für die Behandlung dieser Verletzung inklusive Nachversorgung leider zu weit weg.

Jeder der einen Hund hat weiß wie viel Angst es macht den Hund operieren zu lassen, wenn der Hund 14 Jahre alt ist, ist die Angst umso größer, es musste aber sein:

Die Wunde war 5cm breit und ging 6cm in die Tiefe bis auf den Muskel, die
Hautschichten hatten sich gelöst und so gab es einen riesigen Hohlraum unter der Haut in dem sich natürlich Wundwasser und alles andere sammelte. Ich bin wirklich nicht zimperlich und kann viel und gut vertragen und war während der ganzen OP dabei. Die Wunde bzw. die Wundränder musste ausgeschnitten werden, Gewebefetzen wurden entfernt, eben alles was da so dazu gehört…

Normalerweise werden Biss- und Schussverletzungen nicht zusammengenäht damit das Wundwasser ablaufen kann. In Joeys Fall war die Bissverletzung aber so groß, sodass sie verkleinert und eine Drainage gelegt werden musste.

Bissverletzung Joey

Wer einen guten Magen hat, darf H I E R für alle Fotos klicken, die zeigen auch die offene Wunde.

Wir hatten das Glück an Dr. Gerd Janele in Pinkafeld verwiesen zu werden. Er hat die OP wunderbar gemacht, jeden Schritt erklärt und kam mit meinem sowieso schon tierarzttraumatisieren Joey gut zu recht.

Gestern waren wir bei der Nachkontrolle und es schaut soweit ok aus, die Drainage bleibt ca. noch bis Donnerstag/Freitag drinnen da noch immer viel Wundsekret austritt.

Die Besitzerin der Hündin hat sich entschuldigt und die Kostenübernahme zugesagt…die Flexileine hätte nicht gehalten – was auch nicht verwunderlich ist bei einem 60kg Hund – dennoch hätte ich ein schöneres Geburtstagsgeschenk für Joey in Aussicht gehabt.

Zugegeben ich bin kein Fan der Flexileine in bebauten Gebieten der Stadt oder im Straßenverkehr. Wenn der Hund nicht mehr freilaufen kann wie zb. Joey, da er altersbedingt schlecht sieht und noch schlechter hört, dann seh ich ein, dass man im freien Gelände an der Flexi geht, das machen wir auch, aber in einer Wohnhausanlage oder an einem Hund über 20kg hat meiner Meinung nach eine Flexileine nichts verloren….

Wie auch immer, mein alter Herr ist ein Kämpfer und versucht mittlerweile schon wieder Brot vom Tisch zu stehlen. Es wird natürlich eine unschöne Narbe bleiben, aber Gott sei Dank hat er die OP gut überstanden und wird auch wieder bald fit.